KI-Trends 2024

Noch vor Kurzem wagten MidJourney, ChatGPT, Dall-E und Co. ihre ersten wackeligen Schritte, doch haben sie alle innerhalb der ersten Monate riesige Sprünge gemacht. Geht die Reise im selben Tempo weiter? Was kommt als nächstes auf Nutzer:innen zu und worauf müssen Anbieter:innen sich einstellen? Auf welche Trends es 2024 besonders zu achten gilt, verraten Marie Krause, Simon Graff und Richard Harless.

Ein Werkzeugkasten voll KI

Trotz der enormen Geschwindigkeit, in der OpenAI oder Meta neue Features für ihre KI-Tools präsentieren, bleiben die Anwendungen einer menschlichen Intelligenz weiterhin unterlegen. Branchen, die KI nutzen wollen, müssen das mentale Bild eines eigenständig denkenden Computers über Board werfen. Augmented Intelligence lautet die Devise! Soll heißen: Programme ersetzen keine Personen, sondern unterstützen menschliches Schaffen. Das Zusammenspiel mit einer künstlichen Intelligenz funktioniert wie die Nutzung eines Werkzeugs. Denn nach wie vor nehmen Menschen eine unersetzliche Rolle in der Arbeit von generativer KI ein. Kreative geben Arbeitsaufträge durch Prompts, filtern die Resultate und entwickeln die Denkanstöße weiter.

Personal AI-ssitant

Egal ob große Techkonzerne wie Google und Microsoft oder moderne Handelsunternehmen wie Bosch und dm, viele Firmen implementieren KI in ihren Workflows. Demnächst schwappen weiterentwickelte Chatbots in den Kundenservice. Auch für den persönlichen Gebrauch erwachsen immer mehr Möglichkeiten eigene Funktionen zu entwerfen. So machte OpenAI im vergangenen Herbst einen großen Vorstoß mit der Einführung von GPTs: multimodale Anwendungen, die Benutzer:innen den Weg frei machen, ohne Vorkenntnisse KI-Assistenten zum Leben zu erwecken.

Kurz zuvor wagte Meta den Vorstoß in den Bereich der personalisierten KI. Neben Meta AI brachte das Unternehmen 28 weitere KI-basierte Helfer auf den Markt, denen Celebrities Leben einhauchen. Über WhatsApp, Messenger oder Instagram greifen User auf das Sportwissen von Tom Brady alias Bru zurück oder lassen sich von Snoop Dogg als Dungeon Master in die Welt von Dungeons & Dragons entführen.

Sheriff EU

Bisher gelten in der KI-Welt noch die Regeln des Wilden Westens, nämlich gar keine. Zwar regulieren große Player bereits ein paar kritische Punkte, wie die sogenannten Halluzinationen oder die Klärung der Nutzungsrechte, doch bleiben viele Standards auf der Strecke. Das will die EU mit dem AI Act in diesem Jahr ändern. Bereits im Dezember 2023 einigten die Staaten sich auf eine vorläufige Fassung. Darin geht es unter anderem darum, dass gerade in kritischen Infrastrukturen weiterhin menschliche Augen die Oberhand behalten. Einschränkungen von Bürgerrechten oder die Beschneidung des freien Willens werden verboten und bestimmte Funktionen wie Gesichtserkennung nur in Ausnahmefällen geduldet. Damit sticht die europäische Union als Vorreiter auf dem Feld der KI-Regulierung vor. Kleinere Anbieter erhalten die Möglichkeit vorgepreschte Konkurrenz aus dem Ausland einzuholen.

Worte erschaffen Welten

Die rasante Evolution von textbasierten Bildgeneratoren macht immer wieder Schlagzeilen, doch auch andere visuelle Bereiche erleben einen Aufschwung durch KI. Besonders die Games Branche profitiert von Tools, die Welten anhand von schriftlichen und inzwischen sogar sprachlichen Eingaben, erschaffen. Für sein Metaverse stellte Mark Zuckerberg den Builder-Bot vor: Die Applikation generiert jedes Szenario, das Nutzer:innen sich wünschen innerhalb weniger Sekunden. Ähnlich fungiert die KI aus dem Studio Opus, welche Spieleentwickler:innen, Musiker:innen sowie Künstler:innen unterstützen soll. Grundlage für die generierten Welten bildet wie bei ChatGPT und MidJourney eine textliche Befehlseingabe. Im Vergleich zum Comic-Stil des Metabots entwirft Opus AI nahezu fotorealistische Umgebungen.

Wahrhaft smartes Home

Aus den bisher weniger smart anmutenden Home-Assistenten entwickeln sich dank KI wahre Alltagshelfer. Wer Alexa, Siri oder einen anderen Smart Speaker zuhause hat, kennt die vorgeschriebenen Aussagen vermutlich in- und auswendig. Zu bestimmten Anfragen geben die kleinen Lautsprecher einfach keine sinnige Auskunft. Die ChatGPT-App zeigt wie es gehen kann. Ein Dialog mit dem Chatbot von OpenAI kommt einer echten Konversation gleich. Übernehmen Smarthome-Anbieter diese Funktion, so erwarten uns künftig zielführendere und informativere Unterhaltungen mit den Smartspeakern.

KI-Trends 2024

Autoren:
Das Team der 2021 gegründeten FOR REAL?! Media GmbH mit Sitz in Hamburg berät Unternehmen, die den digitalen Ausbau auf dem Gebiet der aufstrebenden Technologien anstreben. Gründer und Geschäftsführer ist Simon Graff, unterstützt wird er von Advisor Richard Harless und Creative Technologist Marie Krause.

Titelbild Marie Krause

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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