Klaffende KI-Kompetenzlücke in deutschen Unternehmen

Studie von Visier belegt mangelnde Qualifikation von Mitarbeitenden im Bereich KI
Jede:r zweite Arbeitnehmende beklagt mangelnde Motivation und Identifikation aufgrund fehlender Weiterbildung
Weiterbildung zu neuen Technologien Aufgabe der Unternehmen

In einer aktuellen Studie[1] untersuchte Visier, führender Anbieter von People Analytics und Workforce-Planning-Lösungen, die Bedeutung von Qualifikation und Weiterbildung von Mitarbeitenden für Unternehmen. Die Erkenntnis: Gerade im Bereich der neuen Technologien wie generative KI und Machine Learning klafft eine Lücke zwischen künftigen beruflichen Anforderungen und Kompetenzstand in den Belegschaften. Nur 12% der Befragten halten es für wichtig, sich entsprechend beruflich weiterzubilden. Gerade einmal 13% haben sich über KI bereits intensiv informiert, lediglich 23% haben beruflich oder privat mit KI-Tools experimentiert. Dabei besteht durchaus Handlungsbedarf: Fast die Hälfte der Befragten (45%) glaubt, dass es höchstens zwölf Monate dauern wird, bis KI-Fähigkeiten in ihrer aktuellen Position zum Einsatz kommen werden.

Hohes Bewusstsein für Bedeutung von Weiterbildung in klassischen IT-Skills, nicht aber in neuen Technologien
Bei deutschen Arbeitnehmenden stehen Qualifikationen und Weiterbildungsmaßnahmen grundsätzlich ganz oben auf der Prioritätenliste. 95% aller Befragten sind der Meinung, dass die Entwicklung neuer Fähigkeiten an ihrem Arbeitsplatz wichtig ist. Auch aus finanziellen Gründen: 89% sagen, diese wirkten sich auf ihre Verdienstmöglichkeiten aus.

49% der Befragten geben an, dass technische Fähigkeiten wie Softwarekenntnisse oder Datenanalyse für ihre berufliche Entwicklung am wichtigsten sind. Danach kommen „Soft Skills“ wie Kommunikation oder Teamarbeit (39%), Kreativität (35%) und Führungsqualitäten (34%).

„Nur 12% der Befragten finden Weiterbildung zum Umgang mit KI wichtig“, warnt Frederik Goergen, Vice President Central and Eastern Europe bei Visier. „Hier gibt es eine erhebliche Bewusstseins- und Wissenslücke, die Unternehmen dringend durch Schulungen und Initiativen zum Wissensaustausch schließen müssen. Sie müssen sicherstellen, dass Mitarbeitende auf allen Ebenen effektiv zur Integration und zum verantwortungsvollen Einsatz von generativer KI im Unternehmen beitragen können. Dies gilt besonders für Branchen, die wegen der technologischen Entwicklung einen sehr raschen Wandel erleben.“

Mitarbeitende sehen Unternehmen in der Verantwortung Kompetenzlücken zu schließen
Tatsächlich sehen 63% der Befragten in Sachen Weiterbildungsmaßnahmen die Unternehmen in der Pflicht. Nur 25% finden, dass Arbeitnehmende vor allem selbst dafür verantwortlich sind, auf dem Laufenden zu bleiben.
Weiterbildung ist dabei auch ein wichtiges Tool zur Mitarbeiterbindung – gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel. Fast die Hälfte aller Befragten (49%) sagen, dass sie sich aufgrund mangelnder Weiterbildungsangebote weniger mit ihrer Arbeit identifizieren und weniger motiviert sind. Diese Zahl ist bei jüngeren Arbeitnehmenden noch ausgeprägter: Unter den 18-25-Jährigen stimmen 61% der Aussage zu.

KI kann Effizienz steigern
KI-Integration am Arbeitsplatz hilft, die Produktivität zu steigern und Zeit zu sparen. 90% derjenigen, die bereits umfassend mit KI gearbeitet oder KI privat umfassend ausprobiert haben, sparen damit täglich 30 Minuten bis eine Stunde Zeit. 52% sparen sogar mehr als eine Stunde.

Auch Arbeitgebende sehen das Potenzial für effizienteres Arbeiten: 66% der befragten Führungskräfte und 65% der Unternehmerinnen und Unternehmer glauben, dass KI oder Automatisierung eine große Rolle bei der Schließung des Fachkräftemangels in Deutschland spielen wird; 50% der leitenden Angestellten denken genauso.

[1] Im Rahmen der internationalen Studie wurden im Mai 2023 in Zusammenarbeit mit Censuswide 3.000 Arbeitnehmende unterschiedlichen Job-Levels in Unternehmen mit 250+ Mitarbeitenden in den USA, Kanada, Großbritannien und Deutschland befragt. Der Anteil der deutschen Befragten lag bei 1002 Personen über 18 Jahren.

 

Weitere für den deutschen Markt relevante Ergebnisse der Studie finden Sie hier

Titelbild/ Bildquelle: Bild von Gerd Altmann für pixabay

Quelle oseon

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