Doktorandin der Freien Universität Berlin gehört zu den KI-Talenten 2023

Viktoriya Olari wurde vom Bundesforschungsministerium und der Gesellschaft für Informatik als eine von zehn KI-Newcomer*innen 2023 ausgezeichnet

An der aktuellen Diskussion um die Zukunft der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) beteiligen sich längst nicht nur etablierte KI-Expert*innen. Auch viele Nachwuchsforschende gestalten die Ausrichtung von KI in ihren jeweiligen Disziplinen mit. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie die Gesellschaft für Informatik e.V. haben bundesweit zehn herausragende Forscher*innen ausgezeichnet, die mit ihren innovativen Ideen die Entwicklung der KI in Deutschland schon jetzt vorantreiben. Unter den Preisträger*innen ist auch Viktoriya Olari vom Institut für Informatik der Freien Universität Berlin.

Viktoriya Olari befasst sich schon seit mehreren Jahren mit Einsatz von KI im Bildungsbereich. Sie promoviert derzeit in der Informatikdidaktik bei Prof. Dr. Ralf Romeike zu KI und Data Science. Konkret untersucht sie, welche KI- und Datenkompetenzen für Schüler*innen relevant sind und wie diese Kompetenzen effektiv erreicht werden können. „Dabei interessiert mich, ob Schülerinnen und Schüler mit Data Science und KI kreativ sein können und was sie dafür brauchen.

Der kreative Umgang mit KI-Technologien ist nicht immer einfach, da er oft technisches Verständnis voraussetzt. So erarbeite ich gerade eine Reihe von Fallbeispielen, die junge Menschen an Schulen zu einem ethischen, kritischen und kreativen Umgang mit KI- und Data Science-Technologien befähigen sollen“, betont Viktoriya Olari.

Was sie an ihrer Arbeit besonders begeistert, ist die gesellschaftliche Relevanz ihres Forschungsthemas. „KI-Technologien sind mächtig und können positive Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Gleichzeitig bin ich sehr besorgt über die aktuellen gesellschaftlichen und internationalen politischen Entwicklungen“, betont die Informatikerin. Durch eine nachhaltige Bildung der Gesellschaft über KI und Data Science könnte aber eine Möglichkeit entstehen, „die Welt zu einem friedlicheren und gerechteren Ort zu machen“.

Zur aktuellen Debatte zum Einsatz von ChatGPT betont die Informatik-Doktorandin zudem: „Für mich zeigt der öffentliche Hype um ChatGPT, dass künstliche Intelligenz für alle Disziplinen und gesellschaftlichen Gruppen bewusst und relevant geworden ist. Ich glaube jedoch, dass die Verfügbarkeit der Technologie nicht unbedingt zu ihrem Verständnis beiträgt. Wenn wir zum Beispiel eine Suchmaschine benutzen, bedeutet das nicht, dass wir die Technologie dahinter verstehen.“ Viktoriya Olari ist überzeugt davon, dass KI in fünf Jahren stärker in den Alltag integriert sein wird als heute.

Viktoriya Olari studierte IT Systems Analysis and Design an der University of Oxford sowie Informationsverarbeitung, Geschichte, Philosophie und Bildungswissenschaften auf Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen an der Universität zu Köln. Sie war viele Jahre am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln im Bereich der digitalen Lehre und als Dozentin für digitale Bildung tätig.

Als Didaktik-Expertin entwickelte sie Technologien und Aktivitäten bei der Roberta-Initiative des Fraunhofer IAIS, um Robotik und maschinelles Lernen für Schüler*innen greifbar zu machen und veröffentlichte ihre Ergebnisse auf internationalen Konferenzen wie der Association for the Advancement of Artificial Intelligence (AAAI). Derzeit ist Viktoriya Olari wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Professur für Didaktik der Informatik der Freien Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Romeike. Sie unterrichtet Informatiklehramtsstudierende und ist am europäischen Projekt TrainDL aktiv, indem sie Informatiklehrer*innen in künstlicher Intelligenz und Data Science fortbildet.

In ihrer Freizeit engagiert sich Viktoriya Olari als Jugendvertreterin und KI-Expertin beim Europarat für KI-Bildung und die Demokratisierung der KI-Governance. Sie ist Jurorin beim Deutscher Multimediapreis mb21, rezensiert für wissenschaftliche Zeitschriften und begleitet junge Menschen auf ihrem Weg in die Informatik bei verschiedenen Initiativen wie Girls’Day und MINToring-Programm an der Freien Universität Berlin. (cxm)

Bild Viktoriya Olari (c) Alexander Klebe Bildquelle: Alexander Klebe

Quelle Freie Universität Berlin

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